Im Frühling
Monday, Monday
11 Tage bleiben diesem Jahr, 11 Tageslichter, 11 kalte Nächte, 11 Mal Vorhängeaufziehen, 11 Mal 10 Zigarretten, 11, 12, drölf.
Verharren, ist das Einzige, das ich zu tun vermag. Abwarten, horchen, den Blick schärfen, den Restsinn einlullen
lassen die Zimmertür leicht angelegt, halb Zug, halb Heizungsdämse.
Manchmal geht ein Fenster auf, das Glas beschlägt.
Manchmal drängt Getöse hinein, die vier Wände klirren vor Kälte oder Stimmgewusel.
Everybody...somebody...sometimes...something
Singend steht sie auf dem Balkon, die nackten Füße im harten Schnee, mit der Flasche Wein in der rechten Hand, kräftige Schlucke unterbrechen die Arie des Rauschtraumes, Traumrausches, wer vermag zu sagen was wir sehen wenn wir sehen oder nicht.
Flau ist der Magen, unbestimmt zeternd vor langer Weile, doch nie so hungrig wie Augen bereitet sich ein Gefühl von Schmutz in den Mundwinkeln. Waschen, waschen, die Kruste ist resistent.
Unlust an der Lust. Sich selbst zu viel sein. Bitte was, was strömt mir in den Kopf und was hinaus. Es wächst ein zweiter Mund, mehr Wille der Selbstentleerung, das Was. Doch es ist Herbst, die welken Blätter lösen sich vom Astwerk, verstopfen den Abfluss und lassen um sich herum flutende Bäche in schale Pfützen münden.
Das Wasser, es steht aufrecht, nichts verirrt es, verdrängt es, umspielt mit leichter Allmacht, wie Narziss, tastend, wippend, meine bleichen Knie.
Umkippen, in manch heißer Jahreszeit, die See kippt um. Weiß um ihrer Stärke, reißt weg. Reißt mit.
Gefallen, ich bin gefallen, ich will gefallen, Gefallsucht, Fall. Hart der Aufschlag. Die Welt von unten, Vögelbäuche, Schuhsohlen, Autoreifen, Panzerketten.
Blut leer. Augen, starr, denn nicht sie sondern die Welt ists, die sich bewegt und verschiebt.
Ich höre ein Knacken der Knospen, rotes Fruchtfleisch bäumt sich auf, tobt unter der Decke, kann längst nicht mehr schlafen, springt hervor, will leben, schön sein, hinweg strömen, sich auflösen.
Zerstreuen.
Im Frühling.
Nackte Felder bedecken.
Den Ursprung finden, im Rückwärts, in Nacken ziehender Rückbesinnung.
Auf geht es, Wanderer! Nimm Stock und Hut, denn mehr wirst du nicht brauchen. Das Gestern hat alles wonach du heute sehnst.
Warte bis sie die Lichter löschen, dann mach dich leise davon. Du kannst Blumen schicken.
Im Frühling.
11 Tage bleiben diesem Jahr, 11 Tageslichter, 11 kalte Nächte, 11 Mal Vorhängeaufziehen, 11 Mal 10 Zigarretten, 11, 12, drölf.
Verharren, ist das Einzige, das ich zu tun vermag. Abwarten, horchen, den Blick schärfen, den Restsinn einlullen
lassen die Zimmertür leicht angelegt, halb Zug, halb Heizungsdämse.
Manchmal geht ein Fenster auf, das Glas beschlägt.
Manchmal drängt Getöse hinein, die vier Wände klirren vor Kälte oder Stimmgewusel.
Everybody...somebody...sometimes...something
Singend steht sie auf dem Balkon, die nackten Füße im harten Schnee, mit der Flasche Wein in der rechten Hand, kräftige Schlucke unterbrechen die Arie des Rauschtraumes, Traumrausches, wer vermag zu sagen was wir sehen wenn wir sehen oder nicht.
Flau ist der Magen, unbestimmt zeternd vor langer Weile, doch nie so hungrig wie Augen bereitet sich ein Gefühl von Schmutz in den Mundwinkeln. Waschen, waschen, die Kruste ist resistent.
Unlust an der Lust. Sich selbst zu viel sein. Bitte was, was strömt mir in den Kopf und was hinaus. Es wächst ein zweiter Mund, mehr Wille der Selbstentleerung, das Was. Doch es ist Herbst, die welken Blätter lösen sich vom Astwerk, verstopfen den Abfluss und lassen um sich herum flutende Bäche in schale Pfützen münden.
Das Wasser, es steht aufrecht, nichts verirrt es, verdrängt es, umspielt mit leichter Allmacht, wie Narziss, tastend, wippend, meine bleichen Knie.
Umkippen, in manch heißer Jahreszeit, die See kippt um. Weiß um ihrer Stärke, reißt weg. Reißt mit.
Gefallen, ich bin gefallen, ich will gefallen, Gefallsucht, Fall. Hart der Aufschlag. Die Welt von unten, Vögelbäuche, Schuhsohlen, Autoreifen, Panzerketten.
Blut leer. Augen, starr, denn nicht sie sondern die Welt ists, die sich bewegt und verschiebt.
Ich höre ein Knacken der Knospen, rotes Fruchtfleisch bäumt sich auf, tobt unter der Decke, kann längst nicht mehr schlafen, springt hervor, will leben, schön sein, hinweg strömen, sich auflösen.
Zerstreuen.
Im Frühling.
Nackte Felder bedecken.
Den Ursprung finden, im Rückwärts, in Nacken ziehender Rückbesinnung.
Auf geht es, Wanderer! Nimm Stock und Hut, denn mehr wirst du nicht brauchen. Das Gestern hat alles wonach du heute sehnst.
Warte bis sie die Lichter löschen, dann mach dich leise davon. Du kannst Blumen schicken.
Im Frühling.
paraplue - 22. Dez, 15:52



